STIMMEN – Hans Werner Henze zum 100. Geburtstag
Foto: Ensemble United Berlin © Mathias Bothor
, 19:30 Uhr
Gesellschaftshaus Magdeburg, GartensaalProgramm
- Hans Werner Henze : Voices (1973)
1932 hatten Brecht und Eisler ihr Solidaritätslied im Stil der Zeit geschrieben. Den Liederzyklus „Voices“ von 1973 können wir nun als Henzes Solidaritätslied betrachten und annehmen. (Peter Petersen) Quasi unbedacht stürzten wir uns 1998 anlässlich der Neuinszenierung von Henzes König Hirsch an der Komischen Oper Berlin in die Arbeit zu seinen Voices - im Rückblick wird mir jetzt noch schwindelig angesichts der enormen organisatorischen und instrumentalen Aufgaben, die eine Aufführung dieses Werks mit sich bringt und die wir versuchten zu bewältigen … aber Naivität und unbedarftes Tun helfen manchmal: Der anwesende Meister war zufrieden! Mehr als 25 Jahre später steht der 100. Geburtstag Hans Werner Henzes vor uns und damit die Gelegenheit, es doch noch besser zu machen, erneut unter der Leitung von Vladimir Jurowski! Henze schuf mit diesem Werk eine neue Form des Liederabends. Die beiden Teile des abendfüllenden Programms sind durchsetzt von theatralischen Aktionen, die außerordentliche Herausforderungen an die Ausführenden stellen, von jedem Einzelnen größstes Engagement fordern. Das Werk, insbesondere durch seine Textauswahl, ist immer noch oder besser: schon wieder sehr aktuell! Entstanden aus Henzes Biografie der frühen Jahre, die er in einem faschistisch geprägtem Elternhaus verbrachte, ist das Werk vor allem verwurzelt in seinem politisch-sozialen Engagement und der damit verbundenen Haltung, die seinen Lebensweg bis zum Ende bestimmt haben. Sein Ziel, „politische Songs zu schreiben mit Mitteln, die über das von Eisler, Weill und Dessau Erreichte hinausgehen oder die es umgehen könnten“ (Hans Werner Henze), hat er erreicht! Andreas Bräutigam
In Zusammenarbeit mit dem Gesellschaftshaus Magdeburg
Beteiligte
- ensemble unitedberlin
Foto: Ensemble United Berlin © Mathias Bothor
Das ensemble unitedberlin ist seit 1989 eine unverzichtbare Größe der internationalen Szene für Neue Musik. Als selbsternannte „Galeristen der Avantgarde“ verbinden die Mitglieder zeitgenössische Musik mit Tanz, Literatur, Elektronik und audiovisuellen Medien. Gegründet im Zuge der deutschen Wiedervereinigung, widmet es sich thematisch der deutschen Teilung und dem Schaffen von Komponist:innen beiderseits des Eisernen Vorhangs. Seit 1993 arbeitet es eng mit Vladimir Jurowski zusammen.