Hommage an Hans Werner Henze
Foto: Bremer Schlagzeugensemble © Jens Hahnekamp
, 19:30 Uhr
Programm
- Hans Werner Henze : Five Scenes from the Snow Country (1978)
- Danielle Lurie (2026) Uraufführung
- Jan Müller-Wieland : Sleeping Kings (2026) Uraufführung
- Ying Wang (2026) Uraufführung
- Detlef Heusinger : grau-glashell-getragen (2026) Uraufführung
- Benjamin Lang : Old Man of Hoy (2022)
Die „Hommage an Hans Werner Henze“ würdigt einen der bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Hans Werner Henze (1926–2012) schuf ein außerordentlich vielfältiges Œuvre, das Opern ebenso umfasst wie Orchesterwerke, Kammermusik, Lieder und Ballettmusik. Seine Musik zeichnet sich durch stilistische Offenheit, künstlerische Experimentierfreude und ein tiefes gesellschaftliches Engagement aus. Mit seiner Fähigkeit, unterschiedlichste musikalische Traditionen miteinander zu verschmelzen und zugleich eine unverwechselbare eigene Klangsprache zu entwickeln, prägte er die zeitgenössische Musik nachhaltig. Anlässlich seines 100. Geburtstags präsentiert das Bremer Schlagzeugensemble ein sorgfältig kuratiertes Konzertprogramm, das nicht nur Henzes monumentales Werk in den Mittelpunkt stellt, sondern auch dessen fortdauernde Relevanz für die Gegenwart beleuchtet. Im Zentrum des Abends steht „Five Scenes from the Snow Country“ (1978) für Marimba solo, ein Werk von besonderer klanglicher Intensität und atmosphärischer Dichte, das als Herzstück des Programms fungiert. Um dieses Werk gruppieren sich vier Uraufführungen zeitgenössischer Komponist:innen verschiedener Generationen: Danielle Lurie (*1994), Ying Wang (*1976), Jan Müller-Wieland (*1966) und Detlef Heusinger (*1956). Zwei von ihnen waren direkte Schüler Henzes, während die beiden anderen der nachfolgenden Generation angehören. Diese Konstellation eröffnet spannende Perspektiven auf sein kompositorisches Erbe und macht deutlich, wie sein Einfluss bis in die Gegenwart hineinwirkt. Den Abschluss des Abends bildet „Old Man of Hoy“ (2022) von Benjamin Lang (*1976), ebenfalls für das Bremer Schlagzeugensemble komponiert. Lang studierte unter anderem bei Adriana Hölszky, die ihrerseits stark durch Hans Werner Henze gefördert worden war. Dadurch wird auch hier eine künstlerische Linie sichtbar, die mehrere Generationen miteinander verbindet. Das Konzert eröffnet so einen lebendigen Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart und zeigt eindrucksvoll, wie Henzes musikalisches Denken weiterwirkt, reflektiert und in neuen Kontexten fortgeschrieben wird. In diesem Konzert werden Werke präsentiert, die speziell für das Ensemble in einer originären Quartett Besetzung komponiert wurden, mit Ausnahme von Henzes „Five Scenes from the Snow Country“. Die Quartett Besetzung ist Teil des vom Ensemble initiierten Projekts Schlag>|<Art, das auf einem klaren und verbindlichen Aufbau basiert, der für alle beteiligten Komponisten gilt. Dieses konzeptionelle Fundament schafft einen gemeinsamen strukturellen Rahmen und eröffnet zugleich individuelle künstlerische Freiräume. So wird es möglich, die Vielfalt und Innovationskraft der zeitgenössischen Schlagzeugmusik aus unterschiedlichen Perspektiven zu erkunden und gleichzeitig die spezifischen klanglichen, rhythmischen und räumlichen Möglichkeiten des Ensembles in konzentrierter Form zur Geltung zu bringen.
In Zusammenarbeit mit dem Gesellschaftshaus Magdeburg
Beteiligte
- Bremer Schlagzeugensemble Schlagzeugensemble
Foto: Bremer Schlagzeugensemble © Jens Hahnekamp
Das Bremer Schlagzeugensemble unter der künstlerischen Leitung von Olaf Tzschoppe widmet sich der Uraufführung zeitgenössischer Werke und der Zusammenarbeit mit Komponist:innen. Sein Programm reicht von Xenakis, Ligeti und Nono bis zu multimedialen Projekten. Ein besonderes Anliegen ist die Förderung junger Schlagzeuger:innen durch Workshops und Residenzen. Konzertreisen führten es europaweit sowie nach Südamerika; 2021 erschien die erste eigene CD „Schlag>|<Art Vol. 1“.
- Olaf Tzschoppe Künstlerische Leitung
Olaf Tzschoppe wurde in Kiel geboren. Sein künstlerischer Schwerpunkt ist das Solorepertoire und die Kammermusik des 20./21. Jahrhunderts; er hat viele eigens für ihn komponierte Werke uraufgeführt. Er ist Gründer des Bremer Schlagzeugensembles und Mitbegründer des Ensemble SurPlus und Trio SurPlus (Freiburg). Für über 20 Jahre war er Mitglied des weltbekannten Solistenensembles Percussions de Strasbourg. Er ist Professor für Schlagzeug und Kammermusik an der Hochschule für Künste Bremen.