Panorama Ciego

Elena Bashkirova, Klavier
Bruno Bastian, Trompete
Staatskapelle Halle
Michael Wendeberg, Leitung
Oper Halle
15. Mai 2021, 19:30 Uhr

In Zusammenarbeit mit der Staatskapelle Halle

Programm

György Ligeti
Concert Românesc

György Ligeti
Melodien

Isabel Mundry
Panorama Ciego
für Klavier und Orchester
Elena Bashkirova, Klavier

Dmitri Schostakowitsch
Konzert für Klavier, Trompete und Streichorchester Nr. 1 c-Moll, Op. 35
Elena Bashkirova, Klavier
Bruno Bastian, Trompete

Musik für das Leben

Zwischen Liebe zum Leben und Todesangst. Zwei Komponisten, die unter der Repression brutaler Regimes litten und ein Werk, dass sich ebenso mit der Zerrissenheit zwischen Leben und Tod auseinandersetzt, stehen in diesem Programm im Mittelpunkt.

Der russische Komponist Dmitri Shostakovich war schon jung weltberühmt. Er gilt als einer der bedeutendsten Komponisten der Sowjetzeit und des 20. Jahrhunderts. Ihn inspirierten sowohl Volksmusik als auch Jazz und atonale Musik - er experimentierte gerne mit allen möglichen Stilen! Sein erstes Klavierkonzert schrieb er mit 26 Jahren. Der Komponist zeige sich in diesem unbekümmert, so der Pianist Yefin Bronfman, “manchmal scheint es mir, wir wären im Zirkus”. Und das, obwohl Shostakovich unter der Sowjetregierung Stalins nicht immer künstlerischer Offenheit begegnete. Die vorherrschende Kulturästhetik in der Sowjetunion war der Sozialistische Realismus: er stellte das Arbeitsleben in den Vordergrund und wies Abstraktion ab. Und obwohl Shostakovich auch Hymnen auf die Regierung Stalins schrieb, geriet er in Ungnade - Stalin soll seine zweite Oper Lady Macbeth von Mzensk mitten in der Aufführung verlassen haben. Die Kritik lautete: “mehr Chaos als Musik”. Shostakovich schlief monatelang mit einem Koffer unter dem Bett, in Angst, jederzeit von der Geheimpolizei abgeholt zu werden.

Auch György Ligeti, ein österreichisch-ungarischer Komponist, litt unter dem Sozialistischen Realismus, den er als “billige Massenkunst mit vorgeschriebener politischer Propaganda” bezeichnete. Moderne Kunst würde pauschal verboten werden - wie sein Concert Românesc: es war für das kommunistische Regime schon “zu modern”. Der Grund: ein B-Dur-Akkord mit Fis - B-D-Fis statt B-D-F - eine für das Regime “verbotene Dissonanz”. Bei heutigem Hören ist das kaum nachvollziehbar, das Concert Românesc klingt vor allem nach Rumänischer Volksmusik, von der es inspiriert ist. Was tat Ligeti? Er komponierte noch radikaler dissonant und floh nach dem Volksaufstand in Ungarn 1956 nach Wien. Von nun an arbeitete er auch mit elektronischer Musik und mit Einflüssen unterschiedlichster Stile wie beispielsweise auch traditioneller afrikanischer Musik. In seinen späteren Werken, wie in ‘Melodien’, überlagern sich viele einzelne Stimmen - oft mit jeweils eigenem Tempo und eigenem Rhythmus!

Auch die britische Komponistin Isabel Mundry faszinierte der Gedanke von keinem starren Gedanken von Zeit und Tempo. In ihrer Musik verbindet sie statische mit im Tempo freieren Phrasen. Ihr Werk ‘Panorama Ciego’ - blindes Panorama - nach Gedichten von Garcia Lorca spiegelt diese Idee wieder: Wie in den Gedichten von Lorca stehen in der Musik repetitive Abschnitte allein stehenden Momenten gegenüber. Mundry stellt sich so in ihrer Komposition der andauernden Herausforderung zwischen Kontinuität und Unvorhersagbarkeit - für eine Balance im Leben und mit Hoffnung in die Zukunft.

Die Künstler

Elena Bashkirova

„Kammermusik ist die Seele der Musik“, hat Elena Bashkirova einmal gesagt. Diesem Credo folgen die vielfachen Aktivitäten der Pianistin in ihren Rollen als Solistin, Liedbegleiterin, Ensemblemusikerin und Programmgestalterin. Der Geist des einfühlsamen Miteinanders bestimmt Bashkirovas Haltung als Interpretin wie Vermittlerin von Musik.

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Elena Bashkirova (©Nikolaj Lund)

Bruno Bastian

Der in Frankreich geborene Trompeter Bruno Bastian studierte neben Trompete die Fächer Cembalo, Zink und Orgel in Metz und Paris bei Pierre Thibaud. Anschließend setzte er sein Trompetenstudium bei Prof. Peter Leiner an der Musikhochschule Saarbrücken fort. Weiterführende Studien erfolgten an der Akademie der Staatskapelle Berlin bei Rainer Auerbach sowie an der Karajan-Akademie Berlin bei Martin Kretzer. Er war Trompeter im Gewandhausorchester zu Leipzig, bis er 2005 als Solo-Trompeter nach Halle kam.

Staatskapelle Halle

2006 durch den Zusammenschluss des Philharmonischen Staatsorchesters mit dem Orchester des Opernhauses Halle gegründet, setzt die Staatskapelle Halle die bis ins 19. Jahrhundert zurückreichende Tradition beider Klangkörper fort. Die Musiker*innen der Staatskapelle Halle sind gleichermaßen in den Genres Oper, Operette, Musical und Ballett zuhause.

Mehr Informationen zur Staatskapelle Halle

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Staatskapelle Halle (©Felix Broede)

Michael Wendeberg

Für den Dirigenten und Pianisten Michael Wendeberg ist der Umgang mit dem Konzertrepertoire von Bach bis Schönberg ebenso selbstverständlich wie die intensive Beschäftigung mit neuer und neuester Musik. Mit Beginn der Spielzeit 2020/21 wirkt er als Chefdirigent der Oper an den Bühnen Halle, wo er seit 2016 als erster Kapellmeister tätig war.

Mehr Informationen zu Michael Wendeberg

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Michael Wendeberg (©Isabelle Meister)

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Franz Danksagmüller
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Magdeburg

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Gesellschaftshaus

Komponist*innen im Gespräch

Friederike Bernhardt, Dietrich Eichmann, Tatiana Gerasimenok

Halle (Saale)

Michael Barenboim, Geige
Elena Bashkirova, Klavier

Halle (Saale)

Elena Bashkirova, Klavier
Staatskapelle Halle
Michael Wendeberg, Leitung

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Johannes Rieger, Klavier

Berlin

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„Kammermusik ist die Seele der Musik“, hat Elena Bashkirova einmal gesagt. Diesem Credo folgen die vielfachen Aktivitäten der Pianistin in ihren Rollen als Solistin, Liedbegleiterin, Ensemblemusikerin und Programmgestalterin. Der Geist des einfühlsamen Miteinanders bestimmt Bashkirovas Haltung als Interpretin wie Vermittlerin von Musik.

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